Ökologie

Ein Kiesabbau ist eine Chance für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Die ständige Veränderung der Umgebung durch den Materialabbau und die Wiederauffüllung schafft einen in der Schweiz sehr seltenen Lebensraumtyp, der vergleichbar ist mit einem frei fliessenden, unkorrigierten Flusslauf. Diese Bedingungen gab es kurz nach der letzten Eiszeit, vor der dichten Besiedelung durch den Menschen. Pioniertiere und selten gewordene Pflanzen leben unter diesen Bedingungen auf.

Der Abbau von Kies ist mit Eingriffen in die Landschaft verbunden und viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander. Aus ökologischer Sicht sind insbesondere folgende Bereiche zu berücksichtigen:


Massnahmen während des Kiesabbaus

Parallel zur technischen Abbauplanung führen Kiesunternehmen heute eine ökologische Planung durch, wobei die ökologischen Ziele und Massnahmen für ein bestimmtes Kiesabbaugebiet festgelegt werden. Bestimmte ökologische Massnahmen erfolgen auf der Grundlage der spezifischen Gegebenheiten eines Abbaugebietes. Die Mitarbeitenden werden kontinuierlich geschult, um diese Massnahmen fachgerecht durchführen zu können.

Beispiele für Massnahmen:

  • Erstellen von Wanderkorridoren für Tiere innerhalb oder am Rand der Abbaustelle
     
  • Feuchtgebiete und temporäre Gewässer im seitlichen Pistenbereich als Laichstellen und Lebensräume für Amphibien
     
  • Ansaat von Dämmen und Wällen mit speziellem Saatgut zur Erhöhung der Artenvielfalt
     
  • Erstellen von Ast- und Steinhaufen als Unterschlupf für zahlreiche Kleinsäugetiere
     
  • Kein Kiesabbau in Wandpartien mit Brutröhren von Uferschwalben in der Zeit von Mitte April bis Ende August
     
  • Offene Kiesflächen bewusst abgrenzen als Brutplatz für bodenbrütende Vogelarten wie den Regenpfeifer
     
  • Sandflächen an sonnigen Orten erstellen als Brutort von grabenden Insekten
     
  • Nistkästen zum Beispiel für Turmfalken in und an Gebäuden auf dem Werkgelände anbringen
     
  • Massnahmen zum fachgerechten Auffüllen und Verlegen von Amphibien-Gewässern
     
  • Verwendung standortgerechter, einheimischer Baum- und Straucharten für Hecken
     
  • Bewirtschaftung von artenreichen Magerwiesen an Grubenrändern