Wiederauffüllung

Die Art des Materials, welches zur Auffüllung einer Kiesgrube zugelassen wird, ist gesetzlichen Vorschriften unterworfen. Im Regelfall darf zur Wiederauffüllung nur unverschmutztes Aushubmaterial verwendet werden. Damit ist der Grundwasserschutz stets gewährleistet. Die Oberfläche einer aufgefüllten Kiesgrube wird als „Rohplanie“ bezeichnet.


Es gibt vier Auffüll-Ansätze:

  • Keine Auffüllung: Die Abbaustellen werden auf dem Niveau der Abbausohle rekultiviert.
     
  • Teilauffüllung: Bildung von Wannen, Trögen oder Terrassen - diese Variante wird meistens gewählt, wenn das Auffüllmaterial für die vollständige Auffüllung fehlt.
     
  • Vollständige Auffüllung auf altes Niveau: Es sollen möglichst die ursprüngliche Gestalt und Bewirtschaftungsfläche erreicht werden.
     
  • Auffüllung über altes Niveau hinausgehend: Hiermit können landschaftlich vorteilhafte Geländeformen geschaffen werden, und Platz bei einem grossen Anfall von Aushubmaterial geschaffen werden.


Folgende Trends beeinflussen die in der Baubranche anfallenden Aushubmengen:

  • Zunahme der Recyclingquote der Baumaterialien 
     
  • Infrastrukturbauten werden in die Erde verlegt
     
  • Bauten erhalten durch verdichtendes Bauen und Haustechnik mit mehr Platzbedarf grössere Untergeschosse
     
  • Regional zum Teil stark wachsende Bevölkerung und steigender Bedarf an Wohnraum und Infrastrukturbauten


Die zurzeit grossen Aushubmengen führen dazu, dass heutige Kiesgruben alle meist auf dem ursprünglichen Niveau rekultiviert werden.

Bei der Auffüllung ist zwingend auf die zukünftige Nutzung des Bodens zu achten. Massgeblich sind nebst der stofflichen Qualität auch Kriterien wie spätere Wasser- und Luftzirkulation, die «Gründigkeit» (Raum für Wurzeln) und das Bodenskelett (Steinanteil).

Für die Entwässerung der Flächen sind entsprechende Konzepte zu erarbeiten. Die Entwässerung kann entweder mittels einer sickerfähigen Rohplanie, die kurz vor dem Unterbodenauftrag nochmals aufgelockert wird oder mit einer Kiesdrainage sichergestellt werden.


Bei der Auffüllung werden folgende Punkte berücksichtigt:

  • Die Auffüllung muss sich setzen können. Dieser Prozess wird durch schichtweises Verdichten und durch Überfahren beschleunigt.
     
  • Die Auffüllung soll in den obersten 2 m tragfähig und durchlässig sein.
     
  • Baupisten und Depotplätze werden nach Abschluss der Arbeiten vollständig entfernt, die Flächen aufgerissen.
     
  • Auf der Basis der fertigen Rohplanie erfolgt der Aufbau des Unter- und Oberbodens.
     
  • Zur Qualitätssicherung erfolgen diese Arbeiten stets unter behördlicher und fachmännischer Kontrolle.